Coaching Schulverpflegung

Mädchen mit Apfel in der Hand unterhält sich mit anderem Mädchen am Essenstisch.

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Das Coaching unterstützt Schulen dabei, ihre Mittagsverpflegung gesund und qualitätsbewusst zu gestalten.

Was und wie Kinder und Jugendliche essen und trinken, beeinflusst ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und Ernährungsverhalten. Die Schulverpflegung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie kann Vorbild für eine gesunde Ernährung sein, die gut schmeckt, nachhaltig und ökonomisch ist. Immer mehr Schulen wollen ihr Mittagessen entsprechend gestalten. Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Niederbayern unterstützt sie dabei mit dem Coaching Schulverpflegung.

Coaching 2018/19 in Niederbayern

In gemeinsamen Veranstaltungen erhalten die Teilnehmer Ideen und Anregungen, um die Bayerischen Leitlinien Schulverpflegung umzusetzen – von der Gestaltung der Speisepläne nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bis hin zu mehr Nachhaltigkeit. Zusätzlich begleiten Coaches die Einrichtungen ein Schuljahr lang vor Ort - gemäß dem Motto:
"Individuelles Coaching führt zu kreativen Lösungswegen."
Das Coaching startet im September 2018 und endet im Juli 2019.

Ansprechpartnerinnen

Angela Dreier
AELF Landshut
Klötzlmüllerstraße 3
84034 Landshut
Telefon: 0871 603-201
Fax: 0871 603-118
E-Mail: poststelle@aelf-la.bayern.de
Jutta Semmler
AELF Landshut
Klötzlmüllerstraße 3
84034 Landshut
Telefon: 0871 603-202
Fax: 0871 603-118
E-Mail: poststelle@aelf-la.bayern.de

Rückblick

Teilnehmende Schulen 2017/18

Das Coaching bietet den teilnehmenden Schulen die Möglichkeit, die warme Mittagsverpflegung zu verbessern.
Die Schulen werden von September 2017 bis Juli 2018 von einer Ernährungsfachkraft individuell gecoacht. Gemeinsam mit dem Coach analysieren sie ihr Verpflegungsangebot und legen individuelle Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung fest. Dabei werden die Aspekte Gesundheitsförderlichkeit, Nachhaltigkeit, Wertschätzung und Wirtschaftlichkeit betrachtet.

Hans-Carossa-Gymnasium Landshut

Außenansicht Hans-Carossa-Gymnasium Landshut

Hans-Carossa-Gymnasium

Das Hans-Carossa-Gymnasium Landshut hat derzeit 692 Schüler. Seit September 2008 bietet die Schule offene Ganztagsschule (Klassen 5 bis 10) an, seit dem Schuljahr 2010/11 in Kooperation mit dem Studienseminar Landshut. 60 Schüler nehmen im Schuljahr 17/18 am offenen Ganztag teil. Mittagessen wird vom Studienseminar Landshut in der Mensa
Ca' Rossini angeboten. Fünf Tage pro Woche werden zwei Menülinien, eine davon vegetarisch vom Küchenteam in der hauseigenen Küche zubereitet. Der Menüpreis (Suppe, Hauptgericht, Salatbuffet und Nachspeise sowie Wasser in Krügen) beträgt 4,30 €. Insgesamt werden je nach Wochentag etwa 150 bis 250 Essen ausgegeben. In der Mensa essen täglich auch die 70 Schüler des Hort Palladi.
Essensausgabe ist von 12 Uhr bis 14 Uhr. Die Schüler essen zu unterschiedlichen Zeiten je nach Unterrichtsende bzw. Ankunftszeit im Hort Palladi. Um 13 Uhr essen die meisten Schüler. Auch die Mitarbeiter des Studienseminars sowie Lehrkräfte des Gymnasiums und Betreuer der offenen Ganztagsgruppen nehmen das Mensaessen in Anspruch. Die Bezahlung erfolgt per Chip (Gymnasiasten) oder mit Essensmarken (Hortschüler).
Herausforderungen
Die Qualität des Mensa-Angebots soll optimiert werden, um trotz sehr naher, vielfältiger Konkurrenzangebote die Teilnahme möglichst vieler Schüler am Essen zu fördern. Die enge Einbindung der Mensa ins Schulleben und die Transparenz des Mensaangebots für Schüler und Eltern werden ebenso als weitere Ziele verfolgt wie das Erreichen möglichst kurzer Wartezeiten bei der Ausgabe. Es gilt, entsprechende Lösungswege und Marketingmaßnahmen zu entwickeln.
Erste Lösungswege
Erste Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung wurden eingeleitet. So soll die Qualität des Speisenangebots durch mehr Abwechslung beim Salatangebot mit saisonaler Prägung und durch neue attraktive Gerichte, z.B. Wraps erhöht werden. Eine Analyse/Abfrage der Essenszeit der Schüler des offenen Ganztags wird hinsichtlich der Entzerrung der Wartezeiten durchgeführt. Die Veröffentlichung der Speisepläne im Elternportal als 1. Schritt zur besseren Transparenz ist umgesetzt. Das klassenweise Essen der 5. Klassen (mit Wunschessensabfrage) wird organisiert und im Januar 2018 umgesetzt.
Ergebnisse
Der Speiseplan mit zwei Menülinien erfüllt zu 100 % die Empfehlungen der DGE. Die farbliche Markierung der optimierten Auswahl (Kombination der beiden Menülinien) – Bezeichnung als "Fitnesslinie" – erleichtert die Umsetzung für die Essensgäste. Zudem wurden die Zusatzstoff- und Allergenkennzeichnung überarbeitet. Vollkornprodukte und neue Gerichte (Kostprobe möglich!) sind eingebaut und werden bei entsprechender Akzeptanz (Lebensmittelreste sollen so gering wie möglich sein) durch die Schüler beibehalten. Soweit wie möglich werden regionale, saisonale und auch ein Anteil von etwa 20% an Bio-Lebensmitteln verwendet.
Abläufe bei Essensausgabe und Salatbar (Selbstbedienung) wurden soweit wie möglich geändert, um Wartezeiten zu reduzieren. Das klassenweise Essen der 5. Klassen zu Beginn des Schuljahres als Marketingmaßnahme für die Mensa wird verstetigt. Weitere Maßnahmen sind festgelegt: die Vorstellung der Mensa beim Tag der offenen Tür des Gymnasiums sowie ein Artikel zum Coaching für die Schülerzeitung. Zudem ist auf der Homepage des Studienseminars ein neues Formular für Wünsche, Lob und Kritik zur Mensa Ca'Rossini zu finden.

Stimmen zum Coaching:

  • "Ich begrüße die große Offenheit und das positive Gesprächsklima bei den Treffen." OGTS
  • "Es ist erfreulich, dass unsere Mensa jetzt bereits (Herbst 2017) 13 der 14 vorgegebenen Kriterien des Speiseplan-Checks erfüllt." Elternbeirat
  • "Durch die breite Streuung der Teilnehmer können wirklich die verschiedensten Stimmen gehört und in die Planung mit aufgenommen werden." Schüler
  • "Ich finde es schön, dass wir durch das Coaching kleinschrittige, gut umsetzbare Impulse für die Weiterentwicklung unserer Mensa erhalten." Direktorat

Coelestin-Maier-Realschule Vilshofen, Schweiklberg

Außenansicht Coelestin-Maier-Realschule

Coelestin-Maier-Realschule

Die Coelestin-Maier-Realschule hat derzeit 360 Schüler. Seit September 2002 bietet die Schule offene Ganztagsschule (Klassen 5 bis 10) an. 30 Schüler nehmen im Schuljahr 17/18 am offenen Ganztag teil. Das Mittagessen wird in der Klosterküche zubereitet. Vier Tage pro Woche werden zwei Menülinien angeboten. Der Menüpreis (Hauptgericht und Nachspeise) beträgt 4,00 €. Als Getränk wird Mineralwasser angeboten. Täglich nehmen etwa 30 Schüler am Essen teil. Die Mittagspause dauert 45 Minuten. Essensausgabe ist ab 12:40 Uhr. Es wird bar bezahlt bei der Essensausgabe.
Herausforderungen und Lösungswege
Die Schule wünscht Unterstützung bei der Speiseplanung mit altersgerechten Portionsgrößen (Möglichkeit des Nachschlags), optimaler Speisenauswahl, Verbesserung der Qualität der Speisen, Mitspracherecht der Schüler bei der Speiseplangestaltung, Kennzeichnung der Zusatzstoffe und Allergene auf dem Speiseplan, Bestell- und Abrechnungssystem, Akzeptanzsteigerung, Feedbacksystem und Raumausstattung.
Verschiedene Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung und Marketingmaßnahmen für die Mensa sind in die Wege geleitet: Die Qualität des Angebots soll durch attraktive Gerichte wie selbstgemachte Burger, Fisch, Vollkornprodukte, frisches Obst, Salatbuffet und Einführung einer "Sportlinie" unter Berücksichtigung altersgerechter Portionen verbessert werden. Der Getränkeautomat wird optimiert, die neue Gestaltung des Speiseplans und der Aushang des Speiseplans in jedem Klassenzimmer sowie ein neues Bezahlsystem (Stempelkarte) werden als weitere Maßnahmen verfolgt. Ein Logo für die Mensa (als Projektarbeit) sowie die Umgestaltung des Essensraums mit Stehtischen sind ebenso angedacht.
Ergebnisse
Im Speiseplan kennzeichnet ein "Fußball-Logo" die Menülinie, die die Empfehlungen der DGE voll erfüllt und erleichtert so die gesündere Auswahl. Die Anzahl der Essensteilnehmer ist deutlich gestiegen Als Marketingmaßnahme gab es im Dezember selbstgemachte Burger, die die Schüler mit verschiedenen Beilagen selbst zusammenstellen konnten. Die Maßnahme war mit 70 Bestellungen ein voller Erfolg! Altersgerechte Portionen und Nachschlag werden nun angeboten. Sehr gut angenommen wird auch das Salatbuffet mit verschiedenen Dressings. Wunschgerichte der Schüler werden einmal im Monat im Speiseplan umgesetzt.
Ein Leitbild wurde erstellt und soll ab dem neuen Schuljahr im Internet erscheinen.
Das neue Bezahlsystem mit Stempelkarte ist erstellt und wird ab dem neuen Schuljahr eingeführt. Der Getränkeautomat enthält nur mehr Getränke ohne Zuckerzusatz. Ein „Speisentester“ zur Bewertung durch die Essensteilnehmer in Form von Smilys ist im Speiseraum ausgehängt.
Der Speisenabfall ist auf ein Minimum zurückgegangen.
Eine weitere Marketingmaßnahme wurde durchgeführt: die Schüler konnten mit verschiedenen Beilagen ihr Wunschgyros selbst zusammenstellen.

Stimmen zum Coaching

  • "Mit dem Coaching sind wir sehr zufrieden. Die Verpflegung hat sich in vielen Bereichen verbessert. Die Schüler erhalten altersgerechte Portionen, haben auch die Möglichkeit sich einen Nachschlag zu holen. Es gibt jeweils mehrere Salate, die Schüler wählen selbst aus.
    Frisches Obst, als Nachtisch, ist bei den Schülern sehr beliebt."
    Verpflegungsbeauftragte
  • "Die Zusammenstellung des Speiseplans hat sich verbessert. Die Möglichkeit des Nachschlags und die Salatauswahl nehmen wir gerne an." Schüler

Montessori Fördergemeinschaft Eggenfelden (Schule und Kinderhaus/Kita und Hort)

Außenansicht Montessorischule Eggenfelden

Montessorischule Eggenfelden

Die Montessorischule Eggenfelden hat derzeit 190 Schüler. Das Mittagessen wird von einem Koch in der hauseigenen Zubereitungsküche gekocht. An vier Tagen pro Woche wird eine Menülinie angeboten. Der Menüpreis (Hauptgericht, Salatbüffet und Nachspeise) beträgt 3,80 €. Als Getränk wird filtriertes Leitungswasser in Karaffen angeboten. Täglich nehmen etwa 75 Schüler und 10 Lehrer am Essen teil. Die Mittagspause dauert zwischen 30 bis 60 Minuten, die Essenszeiten sind versetzt für Schüler der unterschiedlichen Jahrgangsstufen.
Von der Schule wird auch für das Montessori Kinderhaus mitgekocht. Hier werden täglich ca. 11 Mittagessen für die Krippe, 41 für den Kindergarten und 12 für den Hort benötigt.
Herausforderungen
Die erst seit einem Jahr gemeinsame Zubereitungsküche für Schule und Kinderhaus muss sich mit den verschiedenen Bedürfnissen und Erwartungen der Kinder bzw. Jugendlichen und deren Betreuer auseinandersetzen. Ein entsprechender Speiseplan, der die verschiedenen Altersstufen berücksichtigt - ernährungsphysiologisch, aber auch geschmacklich - soll entwickelt werden, um alle Essensgäste zufrieden zu stellen. Die intensivere Kommunikation im Essensgremium wird als wichtiger Schritt zu diesem Ziel gesehen.
Die Lebensmittel sollen langfristig zu einem höheren Anteil aus der Region kommen. Als Basis für die weiteren Schritte werden die Einkaufsquellen für die verschiedenen Produkte systematisch erfasst.
Lösungswege
Für Kinderhaus und Schule wird als Grundlage ein gemeinsamer Speiseplan erstellt, der nach den Bedürfnissen der kleineren Kinder und den Leitlinien im Kinderhaus abgewandelt wird. Am Freitag wird nur im Kinderhaus ein Menü angeboten. Dieses Menü wird im Voraus festgelegt, um Eltern und Personal Planungssicherheit zu geben. Eine tägliche Gemüsekomponente beim Mittagessen im Kinderhaus ergänzt das Angebot.
Der Einkauf von Obst und Gemüse für die Zwischenverpflegung im Kinderhaus wird langfristig über die gemeinsame Küche abgewickelt, um das Kinderhaus von dieser Aufgabe zu entlasten und so mehr Zeit für die pädagogische Arbeit zu erreichen.
Lieferanten aus der Region bzw. Großhändler mit regionalen Produkten werden gesucht, das Angebot wird auf Qualität, Lieferkonditionen und Umsetzbarkeit getestet.
Laut Speiseplancheck ist der Anteil an Vollkornprodukten und an Seefisch noch zu niedrig. Diese beiden Punkte sollen durch gezielte Planung verbessert werden.
Ergebnisse
Der neue Speiseplan im Kinderhaus wird sehr gut angenommen. Kinder, Eltern und Personal sind sehr zufrieden mit der zusätzlichen Gemüsekomponente zur Ergänzung des Speiseplanes.
Ein neuer Großhändler mit regionalen Produkten wurde gefunden. Bei ihm werden jetzt Bio-Getreideprodukte eingekauft. Bei Mehlen, Nudeln, Reis wird ein Anteil Vollkorn verwendet. Die Akzeptanz bei Kinder und Jugendlichen dafür ist groß. Ein Händler für frischen Fisch, der die vom Koch gewünschte Qualität liefern kann, wurde gefunden.
Von der Schülervertreterin im Essensgremium wurde eine Rückmeldebox aufgestellt, in der Wünsche und Rückmeldungen der SchülerInnen gesammelt und wöchentlich an das Küchenteam weitergegeben werden.