Coaching Schulverpflegung

Mädchen mit Apfel in der Hand unterhält sich mit anderem Mädchen am Essenstisch.

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Das Coaching unterstützt Schulen dabei, ihre Mittagsverpflegung gesund und qualitätsbewusst zu gestalten.

Was und wie Kinder und Jugendliche essen und trinken, beeinflusst ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und Ernährungsverhalten. Die Schulverpflegung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie kann Vorbild für eine gesunde Ernährung sein, die gut schmeckt, nachhaltig und ökonomisch ist. Immer mehr Schulen wollen ihr Mittagessen entsprechend gestalten. Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Niederbayern unterstützt sie dabei mit dem Coaching Schulverpflegung.

Neue Coaching-Runde – bis 30. April 2020 bewerben

Schulen können sich bis 30. April 2020 für eine Teilnahme am Coaching Schulverpflegung im Schuljahr 2020/21 bewerben.
Aus allen Bewerbungen werden bayernweit 40 Schulen ausgewählt, die ab September 2020 bis Juli 2021 von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung fachlich unterstützt und begleitet werden.
Die Teilnahme am Coaching Schulverpflegung wird vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finanziert und ist somit für alle Schulen kostenfrei.

Voraussetzungen

Mitmachen kann jede Schule, die

  • ihren Sitz in Bayern hat
  • mindestens vier Tage in der Woche eine warme Mittagsverpflegung anbietet
  • einen Verpflegungsbeauftragten* als Ansprechpartner für den Schulverpflegungs-Coach stellt
  • ein Essensgremium** installiert, bestehend aus mindestens einem Vertreter der Schulleitung, dem Verpflegungsbeauftragten, einem Elternvertreter und dem Speisenanbieter
  • bereit ist, sich selbst aktiv in den Coaching-Prozess einzubringen und Veränderungen zu bewirken
*Verpflegungsbeauftragter: Wichtig ist es, innerhalb des pädagogischen Teams einen Verpflegungsbeauftragten zu benennen, der die Treffen des Essensgremiums organisiert und koordiniert. Er ist erster Ansprechpartner rund um das Thema Verpflegung. Der Verpflegungsbeauftragte bündelt alle Anliegen rund um den Speiseplan und bringt sie im Essensgremium ein.
**Essensgremium: Die individuellen Unterschiede und Rahmenbedingungen, die in den Kitas und Schulen vorliegen, erfordern ein systematisches Vorgehen und das Einbeziehen aller Beteiligten in einem Essensgremium. Mitglieder sind Leitung, Verpflegungsbeauftragter, Speisenanbieter bzw. Küchenteam, Elternvertreter, ggf. Schülervertreter und Träger. Gemeinsam legen Sie die Ausrichtung der Verpflegung fest. Sie treffen sich in regelmäßigen Besprechungen rund um das Thema Verpflegung.

Hinweise zum Coaching-Prozess

Grundlage
Die fachliche Grundlage des Coaching-Prozesses sind die Bayerischen Leitlinien Schulverpflegung.

Eine Checkliste definiert die Handlungsfelder:

  • Organisation/Rahmenbedingungen
  • Gesundheit/Speisenangebot
  • Wertschätzung/Kommunikation
  • Nachhaltigkeit/Lebensmittelqualität
  • Ökonomie/Kostentransparenz
Ablauf
Zu Coaching-Beginn erfolgt eine Bestandsaufnahme auf Basis der Checkliste.
Außerdem analysiert die Schule ihren Speiseplan mithilfe des Speiseplan-Checks Kita- und Schulverpflegung.
Mit Unterstützung des Coaches formuliert das Essensgremium individuelle Ziele zur Verbesserung des Mittagsverpflegungsangebots, wobei die Optimierung des Speiseplans gemäß des DGE Qualitätsstandards für die Schulverpflegung verpflichtender Bestandteil ist. In Anlehnung an die Vorgaben für die DGE-Zertifizierung ist es das Ziel, dass die Speisepläne am Ende des Coaching-Jahres mindestens 60 % der Kriterien des Speiseplan-Checks erfüllen. Außerdem muss im Laufe des Coaching-Prozesses, falls noch nicht vorhanden, ein Verpflegungsleitbild erarbeitet werden.
Mit den formulierten Zielen sollen in der Schule messbare Veränderungen im Hinblick auf das Mittagsverpflegungsangebot angestrebt werden. Um die formulierten Ziele zu erreichen, erarbeitet das Essensgremium gemeinsam mit dem Coach ein individuelles Lösungskonzept.

Bewerbung

Bitte reichen Sie folgende Bewerbungsunterlagen ein:

  • individuelles Bewerbungsanschreiben, in dem Sie schildern, welche Verbesserungen Sie bei Ihrer Mittagsverpflegung mit dem Coaching erreichen wollen und wo Sie konkreten Unterstützungsbedarf durch den Coach sehen
  • einen vierwöchigen Speiseplan Ihrer Schule
  • die Kopie des Verpflegungsleitbilds oder Verpflegungskonzepts (falls vorhanden)
Bewerbungsbogen
Bitte stellen Sie sicher, dass der Träger, die Schulleitung, der Verpflegungsbeauftragte und der Speisenanbieter die Bewerbung unterstützen und lassen Sie die Bewerbung von allen unterschreiben.

Ansprechpartnerinnen

Angela Dreier
AELF Landshut
Klötzlmüllerstraße 3
84034 Landshut
Telefon: 0871 603-1304
Fax: 0871 603-1999
E-Mail: poststelle@aelf-la.bayern.de
Jutta Semmler
AELF Landshut
Klötzlmüllerstraße 3
84034 Landshut
Telefon: 0871 603-1313
Fax: 0871 603-1999
E-Mail: poststelle@aelf-la.bayern.de

Rückblick

Teilnehmende Schule 2018/19

Die Schule wurde von September 2018 bis Juli 2019 von einer Ernährungsfachkraft individuell gecoacht.

Kunst-Grundschule Haidenhof, Passau

Ansicht der Grundschule Haidenhof
Kunst-Grundschule Haidenhof, Passau
Die Grundschule Haidenhof - einzige Kunst-Grundschule Bayerns und Integrations-Schule der Stadt Passau - bietet gebundene Ganztagklassen und (verlängerte) Mittagsbetreuung an. Die Schule hat derzeit 223 Schüler in den Klassenstufen 1 bis 4.
An 4 Tagen pro Woche wird Mittagessen angeboten, das ein regionaler Speisenanbieter liefert. Durchschnittlich nehmen 110 Schüler der Ganztagesklassen und der Mittagsbetreuung daran teil.
Sie essen nacheinander von 12:15 bis 13:30 Uhr in Schichten im 30-Minuten-Rhytmus. Eine Lehrkraft betreut jeweils die Gruppe. 2 Kinder übernehmen den Tischdienst. Zum Trinken gibt es Leitungswasser in Wasserkaraffen.
Für das Mittagessen wird monatlich eine Pauschale von 44 Euro berechnet.
Herausforderungen
Die Schule wünscht Unterstützung bei der Speiseplanung mit altersgerechten Portionsgrößen und kindgerechter Speisenzusammenstellung, um die Menge an Lebensmittelresten und den Anteil an Fertigprodukten zu reduzieren. Die Warmhaltezeit sowie die vorgeschriebene Kennzeichnung der Zusatzstoffe und Allergene und der Lärmpegel in der Mensa stehen auch auf der Agenda. Mehr Mitspracherecht der Schüler bei der Speisenauswahl und Ernährungsbildungsmaßnahmen in den Klassen sollen die Akzeptanz bei den Schülern verbessern.
Lösungswege
Maßnahmen, um die Qualität des Speiseplans zu verbessern und die Akzeptanz zu steigern, sind in die Wege geleitet:
  • Die Speisepläne werden gemäß DGE-Qualitätsstandard überarbeitet, die empfohlenen Speisen mit Smileys gekennzeichnet und mit altersgerechten Portionsgrößen ergänzt.
  • Die Schüler wählen jetzt die Speisen selbst aus und erhalten Informationen zu ihnen nicht vertrauten Gerichten durch die Lehrkräfte
  • Die Warmhaltezeit wurde bereits reduziert.
  • Zum Lärmschutz hängen nun Bilder.
  • Das neue Feedbacksystem nutzen die Schüler regelmäßig.
Ergebnisse
Beim Speiseplan-Check werden 75 % der vorgegebenen Kriterien erreicht. Die Speisenqualität ist gestiegen. Zum Beispiel wurden frittierte Kartoffelerzeugnisse durch frische Kartoffeln ersetzt. Die Schüler wählen zwischen zwei Gerichten, wobei kulturelle/religiöse Aspekte beim Speisenangebot täglich berücksichtigt werden. Nachschlag ist jetzt immer möglich und die Speisereste haben sich verringert. Das Ausgabepersonal bemüht sich sichtlich um die Essensteilnehmer. Die Wände des Speiseraumes wurden freundlich gestaltet und dämpfen damit auch die Lautstärke im Raum. Ernährungsbildung und Akzeptanzsteigerung werden vermehrt im Schulalltag integriert.