Verwendung von Nachtsichttechnik bei der Jagd auf Schwarzwild
Allgemeinverfügung ersetzt im Landkreis Landshut die Einzelfallgenehmigung

SchwarzwildrotteZoombild vorhanden

Schwarzwildrotte
© Heither, H.

Das Landratsamt (LRA) Landshut hat am 30. April 2020 im Wege der Allgemeinverfügung den Inhabern eines gültigen Jagdscheins ab sofort die Möglichkeit geschaffen, Nachtsichttechnik zur Bejagung von Schwarzwild zu nutzen. Die bisherige Einzelfallgenehmigung entfällt.
Das AELF Landshut appelliert an alle Jägerinnen und Jäger, die neuen Möglichkeiten der Nachtsichttechnik bei der Bejagung von Schwarzwild intensiv zu nutzen. Der Leiter des Fachzentrums Schweinezucht und –haltung, Landwirtschaftsdirektor Jens Reimer hofft, dass möglichst alle Landkreise in seinem Dienstgebiet dem Beispiel folgen werden. Darüber hinaus sind alle Beteiligten wie Landwirte, Jagdgenossen und Behörden weiterhin gefordert, gut zusammenzuarbeiten und die Jägerschaft zu unterstützen.
Für die Schweine haltenden Betriebe in Landshut ist die Allgemeinverfügung ein weiteres wichtiges Signal, die Reduktion von Schwarzwild voranzutreiben. „Das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland hätte fatale Folgen, insbesondere für die landwirtschaftliche Schweinehaltung und die Jagd. Bereits im Falle der Feststellung von ASP ausschließlich bei Wildschweinen sind umfassende und großräumige Handelsbeschränkungen in den betroffenen Gebieten einzuhalten. Diese betreffen den Handel mit lebenden Schweinen, aber auch mit deren Produkten. Allgemein anerkannt ist, dass die Wildschweindichte das Risiko für einen Ausbruch maßgeblich beeinflusst. Da sich die Ausbreitung der ASP erfahrungsgemäß sehr sprunghaft gestaltet, ist ein Auftreten im Landkreis jederzeit möglich. Eine effiziente Reduzierung der Schwarzwildbestände ist ein entscheidendes Instrument der Seuchenprävention“, so das Landratsamt Landshut in seiner Begründung.
Bekanntlich ist Schwarzwild eine der maßgeblichen Größen bei einem ausgebrochenen Seuchengeschehender ASP. Laut Friedrich-Loeffler-Institut ist insbesondere die Wahrscheinlichkeit einer Einschleppung der ASP in die Schwarzwildpopulation größer als ein Ersteintrag bei Hausschweinen. Insoweit ist die deutliche Reduktion der Schwarzwildpopulation zur Seuchenprävention derzeit zwingend notwendig. Das gilt für Gebiete mit überhöhten Schwarzwilddichten genauso wie für Zuzugsgebiete, in denen der Ausbreitung des Schwarzwilds Grenzen gesetzt werden sollen. Die Jagdstrecke der vergangenen Jahre zeigt, dass Schwarzwildpopulation vorhanden ist, stellenweise erheblich angestiegen ist und sich im südlichen Landkreis innerhalb der letzten Jahre auch neu etabliert hat.

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Ansprechpartner

Jens Reimer
AELF Landshut
Klötzlmüllerstraße 1, 84034 Landshut
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Fax: 0871 603-1999
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