Blühstreifenversuche im konventionellen Anbau
Es brummt und summt am Zwiebelfeld

Zwiebelfeld und anschließende Blühwiese

Blühstreifen sind seit einiger Zeit immer mehr in unserer Kulturlandschaft anzutreffen. Diese sind nicht nur schön für das Auge, sondern dienen Bienen und anderen Insekten als Nahrungsquelle oder stellen einen Rückzugsort und Überlebensraum für Kleinstlebewesen und Tiere dar. Als weiterer Effekt ist es möglich, dass durch die Beherbergung von Nützlingen in Blühstreifen die Kulturpflanzen im Umfeld weniger Schädlinge aufweisen.

Seit 2016 führt das Gartenbauzentrum Bayern Süd-Ost, Kompetenzzentrum Freilandgemüsebau, in Kooperation mit der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Bamberg, Versuche im ökologischen Gemüseanbau in Niederbayern durch.
Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" und Einschränkungen bei Pflanzenschutz- und Düngemittel veranlassen Anbauer zu aufwändigeren Maßnahmen. Dem entsprechend wurde auf einem konventionell bewirtschafteten Zwiebelfeld ein Versuch mit verschiedenen Blühmischungen ausgesät, um die Entwicklung der Insektenpopulation und die Wirkung des Blühstreifens auf die Thripse in Zwiebeln zu untersuchen.

Am 19.05.2020 wurden auf einem Zwiebelfeld im Landkreis Straubing folgende drei Blühmischungen ausgesät:

  • Insektenwiese (Reinsaat 0,6 g/m²)
  • Gemüseanbau Blumen und Nützlinge (Reinsaat 2,0 g/m²)
  • Hannover Mischung (Reinsaat 3,0 g/m²)
Sie sind allesamt einjährig. Aufgrund von Corona bedingten Lieferschwierigkeiten wurden diese Blühmischungen verwendet, da sie leicht erhältlich waren.

Der Bodendeckungsgrad war ...

  • bei der Mischung "Gemüseanbau Blumen und Nützlinge" gut,
  • bei der "Hannover Mischung" sehr gut,
  • bei der "Insektenwiese" zu gering. Zu viele Beikräuter konnten sich entwickeln. Dies ließ sich auch in den folgenden Wochen beobachten.
Die "Hannover Mischung" bildete schon in der zweiten Junihälfte einen geschlossenen Bestand. Circa einen Monat später wies auch die Mischung "Gemüseanbau Blumen und Nützlinge" eine gedeckte Bodenfläche auf. Die Mischung "Insektenwiese" zeigte noch bis Anfang August Fehlstellen.

Höhe der einzelnen Mischungen

  • Insektenwiese: ca. 60 cm
  • Gemüseanbau Blumen und Nützlinge: ca. 90 cm
  • Hannover Mischung: ca. 120 cm
Es erfolgte keine Aufgangsberegnung, denn am Versuchsstandort fielen ab der Aussaat in regelmäßigen Abständen ausreichende Niederschläge.
Blau- und Gelbtafeln
Während der Wachstumsperiode wurden in allen Varianten Blau- und Gelbtafeln angebracht, um die Entwicklung der Insektenpopulationen zu dokumentieren. Im Zwiebelbestand wurde das Thripsvorkommen ebenfalls anhand von Blautafeln beobachtet. Eine entsprechende Auswertung erfolgt noch.
Erste Erkenntnisse
Bisher ist erkennbar, dass sich die "Hannover Mischung" durch ihre schnelle Bodenbedeckung stark in der Unterdrückung von Beikräutern behaupten kann. Die Mischung "Insektenwiese" ist vielleicht besser für einen Anbau in der Nähe von Wald und Flüssen geeignet, da manche Kleintiere, die diese als Schutz nutzen, Blühstreifen mit freien Stellen bevorzugen. Da es gesetzliche Vorgaben gibt, sollte man sich, bevor Blühmischungen ausgebracht werden, bei offiziellen Stellen beraten lassen. Ziel in weiteren Versuchen ist es, Saatgutmischungen zu finden, die speziell auf den Zwiebelthrips abgestimmt sind und einen größeren Anteil an autochthonem Saatgut enthalten.

Ansprechpartner

Maria Reichl
AELF Landshut
Am Lurzenhof 3
84036 Landshut-Schönbrunn
Telefon: 0871 603-2107
Fax: 0871 603-2199
E-Mail: poststelle@aelf-la.bayern.de
Dr. Sybille Orzek
AELF Landshut
Am Lurzenhof 3
84036 Landshut-Schönbrunn
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Fax: 0871 603-2199
E-Mail: poststelle@aelf-la.bayern.de
Markus Göttl
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