Praxisvorführung auf dem Betrieb Graf, Oberhaselbach
Konsequenter Bodenschutz mit Direktsaat im Mais

Mann vor einer DirektsaatmaschineZoombild vorhanden

Praxis-Vorführung Direktsaat Mais

Im Landshuter Hügelland sind beim Maisanbau Mulchsaatverfahren oder Verfahren mit reduzierter Bodenbearbeitung weit verbreitet. Wertvoller Ackerboden kann so vor Erosion geschützt werden. Franz-Josef Graf aus Oberhaselbach geht beim Bodenschutz einen Schritt weiter. Er sät seit vielen Jahren den Mais erfolgreich direkt ohne Bodenbearbeitung in die abgefrorene Zwischenfrucht.
Die Direktsaattechnik auf dem Betrieb Graf ist nun über 25 Jahre alt. Auf der Suche nach einem geeigneten Ersatz wurde Mitte April 2019 die Einzelkornsämaschine Väderstad Tempo V8 dort vorgeführt. Graf und andere Landwirte aus der Region verfolgten den Praxisversuch.

25 Jahre erfolgreich mit Direktsaat im Mais

Franz-Josef Graf ist Direktsaat-Pionier aus dem Landkreis Landshut. Im Jahr 1993 kaufte sich der Landwirt eine Gaspardo No Till 1040 Sämaschine, eine vierreihiges Einzelkornsägerät mit Reihenfräse und Düngerablage. Das Gerät war laut Graf 1993 mit 28000 DM schon doppelt so teuer wie ein einfaches Einzelkornsägerät. Er vermutet, das sei der Grund, warum nicht mehr von diesen Geräten im Einsatz sind. Nach seinen Berechnungen hat sich das Direktsaatverfahren jedoch allemal bezahlt gemacht, wenn man bedenkt, dass jedes Jahr der Arbeitsgang Bodenbearbeitung bei etwa 50 Hektar Ackerfläche entfällt.
Sämaschine

Sämaschine Gaspardo No Till 1040

Streifenfräse

Streifenfräse

Seitenansicht Sämaschine

Seitenansicht Gaspardo No Till 1040

Die vier Fräs-Aggregate der Gaspardo No Till machen einen 6 cm breiten Sästreifen, in die das Maiskorn und der Dünger abgelegt werden. So bleiben über 90 Prozent der Fläche im Frühjahr unberührt und mit Mulch bedeckt.
Graf sieht die Altersgrenze seiner Gaspardo in vier bis fünf Jahren erreicht. Die Gaspardo No Till wird seit Langem nicht mehr gebaut, Ersatzteile gibt es nicht mehr. Daher sieht er sich derzeit nach technischen Alternativen um.

Praxis-Vorführung der Sämaschine Väderstad Tempo V8

Im April 2019 ergab sich die Gelegenheit einer Praxisvorführung der Sämaschine Väderstad Tempo V8 auf dem Betrieb Graf. Das Abdrehen der Sämaschine erfolgt in einer digital, vom iPad aus unterstützen Kalibrierung. Die Abdrehproben für das Maissaatgut, den Dünger und das Schneckenkorn dauerten insgesamt keine 15 Minuten. Vom iPad aus wurden die Daten zur elektronischen Kalibrierung direkt an das Bordterminal übertragen.
Mann stellt Maschine ein

Abdrehprobe mit iPad

Cockpit der Väderstad Tempo

Im Cockpit

Elektronische Waage

Elektronische Waage

Einbringung des Saatgutes

Mais pneumatisch abgelegt in einem ErdstreifenZoombild vorhanden

Vermessung des Säschlitzes

Nach Anpassung des Schardrucks und Höhenverstellung der vorlaufenden Führungsräder und der senkrechten Ausrichtung der Sämaschine am Oberlenker konnte ein optimales Direktsaatergebnis erzielt werden. Der Mais wurde in 4 bis 4,5 cm Tiefe mit sehr gutem Bodenschluss in einer von den Furchenräumern etwa 6-8 cm breiten Reihe sauber freigeräumten Streifen abgelegt, oder besser gesagt vom Luftdruck des pneumatischen Säaggregats auf der Sohle des Säschlitzes platziert. Der Schlitz wurde mit gutem Bodenschluss durchgehend mit feinkrümeliger Erde durch die nachlaufenden Andruckräder verschlossen.
Einer regulären Erwärmung des Bodens in den feinen Säreihen steht nichts entgegen, nach unten hin ist Bodenschluss gegeben. Die Mulchauflage zwischen den Reihen blieb intakt. Was für eine praktikable Aussaat mit dieser Technik sehr hilfreich ist, ist eine GPS-geführte Spurführung des Gespanns. Per Hand lässt sich die erforderliche Genauigkeit kaum mehr erzielen.
Fazit der Maschinenvorführung für Franz-Josef Graf und die weiteren interessierten Landwirte: Es gibt leistungsfähige, funktionierende Direktsaattechnik.
Hinweis:
Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Qualitätsauszeichnung dar.

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